Information

Die Sinai Halbinsel ist in zwei Regionen aufgeteilt: die Regierung im Nord-Sinai (muhafzat schimel sina) und die Regierung im Süd-Sinai (muhafzat djanub sina). Die offizielle Grenze zwischen den beiden Regionen verläuft mehr oder weniger gleich der Route zwischen dem Ahmed Hamdy Tunnel nach Taba, obwohl die Beduinen die traditionelle Grenze am Rande des Hochebene Tih, tiefer südlich gelegen, sehen. Der Nord-Sinai ist größtenteils für Ausländer gesperrt, aber die überwiegende Mehrheit der Sehenswürdigkeiten befindet sich sowieso auf dem Süd-Sinai, mehrere hundert Kilometer entfernt vom problematischen und isolierten El Arisch-Rafah Gebiet. Der Süd-Sinai ist nach wie vor eine ruhige und friedliche Region.

Satelittenbild Süd-Sinai mit Ortschaften und wichtigsten Sehenswürdigkeiten


Die Hauptstadt der Region Süd-Sinai ist El Tur (1), wobei die größte und am besten entwickelte Stadt Scharm El-Scheich (2) ist. Ein weiterer beliebter Ort ist Dahab (3), ein kleiner und ruhiger Ort, der vor allem Individual-Reisende anzieht. Weiter nördlich von Nuweiba (4) kommt man nach Jordanien und in Taba (5) nur über einen Grenzübergang nach Israel. Entlang der Straße zwischen Nuweiba und Taba gibt es mehrere große Hotels, aber es sind auch viele einfache und billige Unterkünfte, direkt an Meer gelegen, zu finden. In der Mitte der bergigen Halbinsel liegt der Ort St. Katherine (6), der berühmt ist für den Berg Sinai (Mosesberg) und das Katharinenkloster. Weiter folgt Wadi Feiran (7) und Serabit el Khadim (8), kleine Orte mit wichtiger religiöser und historischer Vergangenheit. Die Stadt Abu Zenima (9) ist ein am Golf von Suez liegender Ort, von dem aus eine Tour nach Serabit el Khadim organisiert werden kann. Der nächste Ort, weiter südlich, ist Ras Sadr (10), ein Erholungsort am Meer, hauptsächlich von Menschen aus Kairo beliebt. Die Straße führt von hier nach Suez und Kairo über den Ahmed Hamdy Tunnel (11), der unter dem Suez Kanal verläuft. Desweiteren gibt es eine Straße zum Nord-Sinai und die traditionelle Pilgerroute von Kairo Richtung Mekka vorbei an der Siedlung Nahla (12) zum Golf von Akaba.

Die Beduinen

Die traditionelle Bevölkerung der Halbinsel besteht aus Beduinenstämmen, die sich zu verschiedenen Zeitpunkten in den letzten 1500 Jahren angesiedelt haben. Alle kamen sie von der Arabischen Halbinsel bis auf eine besondere Ausnahme: Der Stamm Dschebelija (Jabaleya) kommt hauptsächlich aus dem Balkan. Ursprünglich lebten sieben Stämme auf dem Süd–Sinai, die sogenannte Tawara-Föderation, aber in jüngerer Vergangenheit sind auch einige der nördlichen Stämme nach Süden übergesiedelt. Die Beduinen waren Hirtennomaden, obwohl sich jetzt die meisten in Städten und umliegenden Orten angesiedelt haben. Immer noch haben sie eine enge Verbindung zur Wüste und und den Bergen und viele Familien kehren zeitweilig zurück zu ihren alten Lagerplätzen oder Berggärten. Die beduinische Lebensform ist einfach und langsam, Arbeit und Freizeit wird fein ausbalanciert gehalten. Es ist eine in sich geschlossene Gemeinschaft, die definiert wird durch ein komplexes System von Kontakten innerhalb der Familie und in der Traditionen eine ganz starke Rolle spielen. Die Leute sind ehrlich und gastfreundlich. Gäste zu haben ist ein wichtiger Teil der Kultur der Beduinen und Besucher werden von ihnen als Gäste behandelt, was nicht ausschließt Geschäfte mit ihnen machen zu wollen. Es ist ein echtes Erlebnis, mit einem Beduinen auf Tour zu gehen und von ihm die Kultur und Überlebensfähigkeit seines Volkes kennen zu lernen. Das Fotoarchiv Album “Beduinen und Kamele” (oder Label “Beduinen+Vorgänge”) verschafft einen Einblick in diese Welt, zudem findet man auch viele ausführliche Informationen in diesem Tourenführer.

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Sicherheit

Über Terrorismus hört man fast täglich in den Schlagzeilen und leider oft nicht ohne Grund. Die hauptsächlichen Schwierigkeiten konzentrieren sich allerdings auf eine kleine isolierte Ecke im Nord-Sinai: Die Gegend um El Arisch, Raffah und der Grenze zu Gaza, hunderte Kilometer entfernt von den Touristenzielen im Süd-Sinai. In der letzten Zeit wurden keine Angriffe in Ägypten gegen Touristen verübt, Angriffsziele dagegen sind Regierung und Streitkräfte. Niemand kann etwas mit 100%er Sicherheit sagen, an keinem Punkt der Welt gibt es eine Garantie für Sicherheit, aber es gibt auch keinen paranoid zu sein. Hole Dir die Informationen aus verschiedenen Quellen, aus dem Internet, aus lokalen Kreisen und entscheide selbst nach Deinem Gefühl! Wir hoffen, dass bald friedlichere Zeiten zurückkehren und wieder mehr Touristen kommen werden – bis dahin bleibt sicherlich die große Masse aus und man kann alles für sich in Ruhe genießen.

Wandern, Safari und Gesetz

Auf dem Sinai gilt ein Gesetz für alle, die in die weitliegende Wildnis aufbrechen wollen. Dieses besagt, dass jede Tour von einem Beduinen als Reiseleiter begleitet werden muss. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen die eigene Sicherheit, da die Wüste und die Berge wirkliche Gefahr bedeuten können und zum anderen, um die lokale Gemeinschaft zu unterstützen, die nahezu keine andere Einnahmequelle hat. Desweiteren gibt es viele nicht markierte oder gesperrte Wege, die auf unbefugtes Betreten hin zu größeren Konflikten führen können. Da die Tourenleiter alles wissen was notwendig, ist für Deine Garantie, Deine Sicherheit und Deine Unversehrtheit gesorgt: Nach Beduinen-Gesetz bist Du sein und seines Stammes Gast.

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